Lebenslange Begleiter

Wer jemals eine Flugreise unternommen hat, kennt und bewundert sie: die unverwechselbaren gerillten Aluminiumkoffer von Rimowa. Sie gelten seit mehr als 70 Jahren als Designikone und verkörpern mit ihrer Langlebigkeit zugleich ausgesprochen aktuelle Werte.

Als Richard Morszeck, Sohn des Gründers der Paul Morszeck Kofferfabrik, 1950 erstmals einen Aluminiumkoffer mit parallel gefalzten Rillen herstellte, dachte er vermutlich nicht im Traum daran, dass er hier einen Designklassiker kreiert, der schnell zum Kultobjekt und Luxusartikel aufsteigen sollte. Schließlich hatte er doch „nur“ konsequent fortgeführt, was sein Vater 1898 in seiner Kölner Manufaktur begonnen hatte: Koffer zu bauen, die extrem robust und gleichzeitig leicht waren.

Ende des 19. Jahrhunderts bedeutete das: Sperrholz, Pappe und Leder. In den technikverliebten 1920er-Jahren setzte das Unternehmen dann erstmals Aluminium ein. Eine geprägte Wabenstruktur stabilisierte die leichten Bleche der ersten Alukoffer aus Köln, die fortan unter der Marke „Richard Morszeck Warenzeichen“ – kurz: Rimowa – firmierten. 

1950 entstand dann das ikonische Rillen-Design, das fortan zum Erkennungsmerkmal aller Rimowa-Koffer wird. Die Inspiration hierfür bezog das Unternehmen aus der Frühzeit der Passagierflüge, als zum einen neue Generationen von Koffern gefragt waren und zum anderen Hugo Junkers die Außenhaut seiner revolutionären Ganzmetallflugzeuge durch eine Rillenstruktur stabilisierte. Schnell stiegen die einzigartigen Koffer zu einem Symbol für den internationalen Jetset auf. Auch wenn dieser Jetset zunächst noch mit Propeller-Airlinern wie der Alu-glänzenden Lockheed Super Constellation Richtung St. Tropez schwebte.

Zeitgeist, Einzigartigkeit und sicherlich auch die exklusive Preisgestaltung tragen heute mehr denn je zur Sonderstellung dieser Gepäckstücke bei. Prägendes Merkmal aller Rimowa-Produkte aber bleibt das zeitlose Design mit seinem fast 100-prozentigen Wiederkennungswert. Wobei die Gestalter der heute zum Luxuskonzern LVMH gehörenden Marke die Grundform geschickt auf viele weitere Segmente übertrugen. Den Anfang machte der spätere Geschäftsführer Dieter Morszeck, der 1976 den ersten wasser- und staubdichten Fotokoffer entwickelte. Heute umfasst das Portfolio Handtaschen, Uhren-Cases, Handyhüllen, Kosmetikkoffer und vieles mehr im typischen Rillen-Design. Neben dem klassischen Alu-Finish tragen Rimowa-Produkte mittlerweile alle denkbaren Farben. Und selbst auf Materialseite hat sich viel bewegt. Seit 2000 heißt es „Handgefertigt trifft auf Hightech“, denn seitdem fertigt Rimowa auch Koffer aus Polycarbonat. Eine Menge Veränderungen, doch die Philosophie des Hauses blieb immer dieselbe: Reise-Profis brauchen professionelle Reise-Lösungen.

Wenn ein Original Cabin die Produktion verlässt, hat seine Geschichte gerade erst begonnen. Er wird Kratzer und Beulen sammeln, mit Aufkleber übersät – Zeichen eines bewegten Lebens, Erinnerungen an alle Arten von Reisen. Und sollte dabei beispielsweise mal eine Rolle oder ein Schloss den Dienst versagen, greift die lebenslange Garantie der Kölner Kultmarke, die auch „alte“ Koffer liebevoll aufbereitet. Die Forderung nach Nachhaltigkeit erfüllte Rimowa also schon, bevor dieses Wort erfunden war. 


RIMOWA

Rimowa hat erfolgreich den Wandel zum Luxusartikel vollzogen. Das Unternehmen gehört seit 2017 zum weltweit größten Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moët Hennessy, kurz LVMH. Sondereditionen von Koffern in Kooperation mit Luxusmarken wie Tiffany, Supreme, Fendi oder Dior kosten mehrere Tausend Euro, bisweilen knapp fünfstellig. Auch Porsche gehörte bereits zu den Editionspartnern. Bis 2022 war Rimowa lange Jahre exklusiver Partner der Lufthansa. 

2014 stattete das Unternehmen eine besonders erfolgreiche Reisegesellschaft aus: Die DFB-Nationalmannschaft reiste mit eigens kreierten Koffern in Victory Red zur Fußball-Weltmeisterschaft nach und durch Brasilien – und kehrte mit dem WM-Pokal im Gepäck zurück.